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Neujahrsempfang a. U. 155


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Schlaraffia  Castrum  Bonnense
Das Florestanreych  (193)


S c h l a r a f f e n    h ö r t !!

 

Neujahrsempfang   155
des allzeyt fröhlichen Reyches Castrum Bonnense
am 12. im Eismond a. U. 155 Glock 11:00 des Vormittags.

               Zu einem  geordneten  Ablauf des diesjährigen Neujahrsempfanges waren wie immer  umfangreiche Vorbereitungen notwendig. Schon am vorhergehenden Sippungsfreitag  wurden nach der Sippung von Rt Heart-Rath und Minneholz zusammen mit der Junkertafel  die  Möbel  geräumt und neben einigen Tischen mit  Sitzplätzen für ältere Gäste in  Erwartung großer Teilnehmerzahlen eine ausreichende Zahl von Stehtischen im Rittersaal  gruppiert.  Diese waren mit Hussen verkleidet und mit blauen Bändern verziert.  Alle  Materialien waren von unserem  Knappen  280  (H.)  aus  seiner  Firma  zur  Verfügung  gestellt  worden.  Ebenso sorgte er  für  ausreichende  Bereitstellung  der  Getränke.  Für das  leibliche  Wohl  sorgten  die Rtt Azur und Panta-los,  die  am Samstagnachmittag bis in  den  Abend hinein in der Großküche  der  Firma des Knappen 280 Tapas und Happen in  vielfältiger Ausführung und unterschiedlichsten Geschmacks- richtungen aus dem mediter-ranen Bereich zubereiteten. 

             Schon lange vor Beginn des Empfanges sortierten am Sonntag- vormittag die Ritter Azur, Panta-los, Sürprise, Minneholz, Knappe 285 und 286 fast alle mit ihren Burgfrauen, die  angelieferten Platten mit den Speisen und bereiteten diese zur Servierung vor. Rtt Dentarro,  Manni-tu  und andere schleppten  Getränkekisten jeglichen Inhaltes hinauf in den Rittersaal.

                                         Der  Empfang  konnte  beginnen


Wie  immer bei Schlaraffens trafen die ersten Gäste schon früh ein und sicherten sich Plätze. Flinke Sassen aus unserem Reych, Knappe 286 (Dr. T.)  u.a., boten gewünschte  Begrüßungsgetränke an.

   Viele  Schlaraffen haben sich lange nicht gesehen, daher sind die Begrüßungen und Gespräche entsprechend lebhaft und laut.  So  hat  es  Ritter  Für  schwer,  sich mit der Begrüßungsansprache durchzusetzen. Erst durch mehrfaches, ständiges Gonggetrommel  kehrt die nötige Ruhe ein.

            Mit großer Freude begrüßt Rt Für die erschienenen Gäste, 96 an der Zahl, zu  unserem inzwischen vierten Neujahrsempfang. Er kündigt geistigen und leiblichen Genuss an.

            Rt  Wider und Knappe 281 (V.) werden über Land und Leute aus Mali  berichten. Für  das leibliche Wohl sorgen der Oberschlaraffe  der  Kunst (OK), Rt Azur, heute Oberschlaraffe  des  Kochens und der Ober- schlaraffe des Äußeren(OÄ),  Rt Panta-los, heute  OS der Äzezupp. Aber keine Angst, es gibt Besseres als biedere Hausmannskost. In  diesem  Sinne gebt Euch dem Vergnügen hin und hört, seht und spürt, was unser Reych  und seine Sassen zu bieten haben. Die Vortragenden führen Euch nach Mali in die Stadt  Timbuktu.  Dazu trägt Rt Für einen Witz mit dem Wort Timbuktu vor, bei dem allerdings die  Pointe nur in englischer Sprache zur Geltung kommt.  

      Nun treten der Rt Wider und der Knappe 281 in Aktion. Auf einer großen Leinwand vor dem Thron erscheint ein Bild von Afrika mit dem Verbreitungs- gebiet der Tuareg.

     Die Vortragenden hatten zwar keine gemeinsame Reise nach Mali unternommen, aber in diesem Land hat Knappe 281 von 1993 – 1998 5 Jahrungen lang mit seiner Burgfrau  gelebt. 

          Knappe 281 berichtet, stets untermalt mit eindrucksvollen Dias, über den fehlgeschlag-enen Aufstand der Tuareg im Jahre 2011 mit dem Ziel, einen unabhängigen Tuareg-Staat in Nord-Mali zu gründen.

        Die Tuareg wurden von Islamisten überrumpelt, die strenge islamische Gesetze einführten. Von den Islamisten wurden viele wertvolle alte Hand- schriften verbrannt. Der Freiheitswille der Tuareg konnte jedoch nie gebrochen werden.   
                              
             Hierzu ein Freiheitsgedicht der Tuareg, vorgetragen von Rt Wider. 

             Heute wohnen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen, so auch Tuareg in Timbuktu. Sie lehnen die islamische Besatzung vehement ab und können mit Stolz auf eine ereignisreiche Geschichte und auf großartige kulturelle Leistungen zurückschauen.
 
            Viele Forscher und Reisende berichteten immer wieder über die Stadt Timbuktu. Unter ihnen Ibn Battuta, jahrelang auf Reisen, also der Rt Majestas des Mittelalters.  Genaueste Reisebeschreibungen auch von Indien und China und anderer Teile der Welt des 14. Jahrhunderts enthält sein Werk „Rihla“ zu Deutsch „Warum zu Hause sippen?“ in dem er auch begeisternd von der großartigen Stadt Timbuktu berichtet. 

            Leo Afrikanus, Reisender und Geograph hat in vielen Text- und Schmierbuchfechsungen die Zauberstadt aus tausendundeiner Nacht beschrieben, dargestellt an Hand  eines Bildes von einem Innenhof eines Palastes und dem Gewürz-Markt Timbuktus.

            Réné Caillié beschreibt die Stadt dagegen als armselig, ohne Pracht und Reichtum. 

           Dieser Bericht wird 25 Jahre später von dem deutschen Forscher Heinrich Barth bestätigt. Sein bebildertes, 5-bändiges Werk „Reisen und Entdeckungen in Nord- und Zentralafrika“  gehört auch noch nach 160 Jahren zu den wichtigsten Quellen der europäischen Afrika-Forschung. 

            Timbuktu ist nur zu sehen zusammen mit den Tuareg, edlen Kamelreitern mit  bläulicher, leicht dunkler Haut, von den Einen als ritterliche Kämpfer, den Anderen als grausame,  durch die Gegend ziehende, Dörfer und Karawanen plündernde Gestalten gesehen. 
 
            Rt Wider sieht seinerseits Ähnlichkeiten der Kultur der Tuareg mit dem mittelalterlichen Rittertum, also auch mit der Schlaraffia.

            Die Tuareg werden als „Ritter  der Wüste“ bezeichnet. Die Männer tragen ein Schwert sowie den TUGULMUST, einen mächtigen Turban mit Gesichtsschleier, der an Ritterhelm  mit Visier erinnert. Sie lieben die Freiheit und wissen in lebensfeindlichem Land zu überleben. Und sie pflegen ritterliche Tugenden, wozu der Minnegesang mit dem ritterlichen Werben um die Gunst der Frauen gehört.

            Und dann gibt es sogar Turniere der Dichter und Sänger, zu denen vornehme Frauen  in die Nomadenlager einladen werden. Hier tragen dann Mädchen, Frauen und unverheiratete  Männer Gedichte und Lieder vor, diese begleitet von einer einsaitigen Geige (IMSHAD).
 
            Als Beispiel trägt Rt Wider ein Gedicht vor:  „Der stolze Tuareg“

            Zu bemerken ist, dass Timbuktu von den verschiedensten Bevölkerungsgruppen  bewohnt ist und die Tuareg meist vor der Stadt in ihren Zelten wohnen. Sie sind keine  Nation oder gar eine einheitliche Volksgruppe. Ihr Name geht zurück auf die arabische Bezeichnung „die  von  Gott  verstoßenen“. Sie selbst nennen sich „Kel Tugumulst“, d.h. die Menschen, die den Schleier tragen. Ihre poetische Sprache ist mit Bildern, Rätseln und  Sprichwörtern gespickt, die nicht so leicht in unsere Sprache übersetzt werden können.     

            Nun schildert Rt Wider sehr anschaulich die Stimmung am abendlichen Lagerfeuer. Es werden Sagen, Fabeln und Geschichten erzählt, Lieder gesungen und selbst verfasste  Gedichte vorgetragen. Besonders die Frauen, die Schrift und Sprache an die Kinder weitergeben müssen, pflegen mit Eifer und Talent die Dichtkunst. Themen sind die Liebe, die Schönheit der Kamele (Méhari), das Leben in der Wüste und mutige Taten zur Bewahrung von Freiheit und Stolz.

            Rt Wider mit zwei Beispielen:  

„Die  Wüste  -  meine  Freundin“ und „Lob  des  Kamels“

            Knappe 281: Für uns wäre es ein besonderer Spaß, die Vierzeiler unserer Mund-schenke in der kryptischen Schrift der Tuareg-Sprache zu lesen,  die nur streng geometrische Schriftzeichen kennt, weder Vokale noch Worttrennungen und Zahlen. Auch die Protokolle unseres Reychs- marschalls könnten nach Belieben gedeutet, von links nach rechts, oben nach unten oder auch anders herum gelesen werden.
 
            In dieser Schrift halten die Tuareg ihre schönsten Wunschträume fest. Für sie ist es ebenso wichtig, schöne Verse zu schmieden wie ein guter Kämpfer zu sein. 

Liebreizende Burgfrauen, träumt ihr nicht manchmal von derartigen Männern??  

            ((die Burgfrauen:  Unsere Burgherren sind doch schon so!!))

            Von Rt Wider folgt nun ein Ausflug zu dem Begriff Troubadour. T-R-B bedeutet im  Arabischen singen/musizieren. Daraus könnte man schließen, dass der Ursprung der Hochschätzung ritterlicher Tugenden des europäischen Rittertums in de  arabischen Nomadenstämmen zu suchen ist. Der Minnedienst und die Frau als Gunst und Gnade erweisende Herrin.

Dann trägt erweitere Gedichte vor: 
 
„Sehnsucht  nach  Amenna“  und   „Mit  der  Karawane  unterwegs“ .

            Die Karawane der Tuareg steht hier für unermüdlich ausreyttende Schlaraffen.

            Die Zuhörer werden mit weiteren Gedichten der Tuareg erfreut,  jetzt mit Gedichten  von Mädchen und Frauen:
                   

           „Liebe“ und  „Warten  auf  den  Geliebten“
 
            Knappe 281 berichtet nun über die besondere Kultur Timbuktus, mit der auch die Tuareg eng verbunden sind, und die nicht unwesentlich auf die damalige schwarze Bevölkerung zurückzuführen ist. Sie baute architek- tonische Denkmäler, füllte die Stadt mit Kulturschätzen und betrieb eine Vielzahl von Universitäten und Lehreinrichtungen. Schon zu Herodots Zeiten bestand ein dichtes Netz von Karawanenwegen durch die Sahara mit Anbindungen an die Dynastien im Niltal und dem heutigen Syrien.


In diesem Zusammenhang muss man sich fragen, ob es die  Germanen, Kelten oder Sugambrer überhaupt berührte, dass die Römer mit  der Zerstörung Karthagos im Jahre 148  v. Chr. für 900 Jahre in Nordafrika herrschten und die dort inzwischen installierte Berber-Zivilisation ins Hinterland verdrängte. Im 7. Jahrhundert eroberten die Araber und der Islam die Regionen zurück und etablierten orientalische Traditionen neu.

            Als markantes Zeugnis für die Kultur der berberischen Barbaren zeigt er ein Bild von der Kuppel der Almoraviden in Marrakesch.

            Weiter ist zu sagen, dass eine andere Gruppe der Sanhaja-Berber, die als Vorfahren der Tuareg gelten, auf der Suche nach Wasser in der Wüste ein Lager gründeten, das später die Stadt Timbuktu wurde.  
 
            An Hand von reichhaltigen Bildern zeigt Knappe  281 nun die Kultur  und Geschichte Timbuktus als inzwischen entstandenes Handels- und Wissenschaftszentrum. Ein Bild der  Sankoré Moschee  und  der  Djinger-Ber-Moschee verdeutlichen die Ausführungen.

           Kadis und Imame, die geleerten Männer des Landes, stellten sicher, dass die Religion erhalten und gelebt wurde  und sorgten für eine geordnete  Rechtprechung.   In den  Lehreinrichtungen wurden Astronomie, Mathematik, Biologie, Medizin und weitere Disziplinen gelehrt.

         Formale Gelehrsamkeit ist den auf dem Lande im Sande zeltenden Tuareg fremd. Trotzdem verfügen diese Ritter über kluge Einsichten und Bildung, insbesondere über Herzensbildung. 
 
      Hierzu zwei Gedichte, vorgetragen von Rt Wider:
           
„Wüste oder Stadt“ und „Rat an einen jungen Mann“

      Bemerkt sollte noch werden, dass alle vorgetragenen Gedichte Nachdichtungen waren. 

         Abschließend sehen wir ein Bild aus einem Werk von al-Khalil ibn Ahmad,  der Ende des 8. Jahrhunderts starb und dem die Gründung der  Wissenschaft der Prosodie, der Wissenschaft über Versbau und Versmaß, zugeschrieben wird.

         Es folgt noch ein Bild mit Seiten aus dem Koran, der in maghrebinischer Kalligraphie kopiert und von einem marokkanischen König gekauft wurde.  

            Damit endet eine Reise in fremde Welten, deren Kultur dank besorgter Bewohner Timbuktus durch Sicherstellung von Schriftrollen, Büchern und anderen Dokumenten in wirren Zeiten vor den zerstörungswütigen Islamisten erhalten bleibt. 
 
               Es ist Glock 12 und 5 Minutungen. Rt Für dankt den Vortragenden für die äußerst interessanten Ausführungen, denen alle Zuhörer mit Spannung gefolgt sind.  

         Jetzt werfen die zugesagten leiblichen Genüsse ihre Schatten voraus, nicht nur, weil unüberhörbar einige Mägen knurren.

         Rt Azur und Rt Panta-los treten in voller Köchemontur auf und preisen das von ihnen Gebotene an.  Rt Azur bittet mit einem Vierzeiler die Anwesenden mit vollen Händen und leeren Mägen zuzugreifen.

           Flinke Helfer und  Helferinnen bestücken das Buffet mit einer Vielzahl von Tabletts mit den vorbereiteten Tapas und Häppchen.

              Rt  Für weist darauf hin, dass da, wo der Rt  G-Astro-Gnom steht, dem Namen nach auch das Buffet sich befindet, und dass am Ausgang des Rittersaales eine Spendenbox steht, in der Spenden zur Begleichung der Materialkosten gesammelt werden. Die Rtt Azur und Panta-los haben den Eingangsschlitz so dünn gemacht, dass nur Geldscheine hinein passen. Das Buffet ist hiermit eröffnet.

            Schließlich erwähnt er noch, dass unser Reisemarschall den nächsten Reychsausritt nach Timbuktu plant.   
 
             Jetzt entsteht ausgesprochen wirre Unruhe im Rittersaal. 

               Der Sturm auf das Buffet beginnt und der Spruch von den leeren Mägen und flinken Händen bewahrheitet sich, denn in knapp einer Stunde ist das Buffet leergeräumt.

            Nach kurzer vorübergehender Ruhe, die Münder sind mit Kauen beschäftigt, wird es bald wieder äußerst laut. Lebhafte Gespräche und Begrüßungen quer durch den Saal lassen den Geräuschpegel stark ansteigen.    
 
            Zur allgemeinen Unterhaltung und Information läuft auf der Leinwand über dem Thron eine von Rt Heart-Rath geschaffene und zusammengestellte Bilderserie aus dem Sippungsgeschehen unseres Reyches in der vergangenen Jahrung ab. Die Bilderserie ist aufgeteilt in besondere Abschnitte zu den bestimmten Themen:

                   Aus  den  Sippungen   -   Der  Thron   -   Die  Sassenschaft  
                                              Unsere  Burgfrauen  u. a. 


             Ab Glock 1 Uhr d. M. verabschieden sich die Ersten, von dem Erlebten und Genossenen sichtlich begeistert, aber auch erschöpft.

              Schon ab Glock 2 d. M. kann die Räummannschaft Rt  Heart-Rath mit der Junkertafel  mit der Herstellung der alten Ordnung beginnen und die ausgeliehenen Stehtische zur Abholung in die untere Etage schaffen. 

             Am darauf folgenden Montag schaffen Rt Heart-Rath und -- höchst bemerkenswert -- der Knappe 286  (Dr. T.) letzte Ordnung im Rittersaal.
 
            Die nächste ganz normale Sippung kann ihren Lauf nehmen.

Gefechstim Eismond a.U. 155:  
                                                           Der Erbreychsmarschall
                                                                gez.  Lädisförst
                                                                  Protokollant 
 
Durchgesehen, textlich und inhaltlich wesentlich verbessert gemeinsam von Ritter  Wider und vom Knappen281.


Anlage:  Der Witz des Tages, erzählt von Rt Für

Poetenwettstreit

Die weltbesten Dichter, Sänger und Poeten wurden eine Woche lang von einer internationalen Jury bewertet, um einen Sieger zu ermitteln.


Im  Finale stehen schließlich ein jüdischer Rabbi und ein australischer Schaffhirte. Die letzte Aufgabe für die beiden Finalisten ist es, einen Vierzeiler vorzutragen, in dem „Timbuktu“ vorkommt. 

Der Rabbi beginnt spontan: 
 
I´ve been a rabbi all my life,
Had no children, had no wife.
I read the bible through and through 
On my way to Timbuktu.                                                                    

Große Begeisterung auf den Rängen, eine kaum zu überbietende Vorstellung. Alle sind gespannt, womit der Schafhirte aufwarten würde:           

When Tim and I to Melbourne went         
We meed  three women in a tent        
As they were three and we were two   
I booked one and Tim booked two.