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Heringsatzung a.U. 156




  Schlaraffia  Castrum Bonnense
       
Das Florestanreych(193)

 

S c h l a r a f f e n    h ö r t !!

und  vernehmet  das  Protokoll  zum  Ablauf  der  Heringsatzung  am  18.  (Mi)   im  Hornung  a. U.  156.

Der  Einladung  unseres  Kantzlers  zur  Heringsatzung  mit  ausführlicher  Vorschau  folgend  hatten  sich  48  Personen  für  die  Teilnahme  angemeldet.  Bei  dem  üblichen  Schwund  und  den  nicht  besonders  Angemeldeten   erschienenen 46  Personen. Die  Besetzung  des  Rittersaales  kam  der  einer  normalen  Sippung  gleich,  aber  es  herrschte  ein  ganz  besonderer  ungewohnter  Glanz  in  der  Burg,  bedingt  durch  die  Anwesenheit  von  19  äußerst  charmanten  und  liebreizenden  weiblichern  Wesen. Außerdem  erwarteten  die  Erschienenen  festlich  eingedekte  Rittertafeln. Die  Tische  waren  mit  Tischläufern,  alle  bedruckt  mit  den  unterschiedlichsten  Muschelformen,  belegt  und  korrekt  entsprechend  den  Regeln  des  Gaststättengewerbes  mit  blanken  Tellern  und  den  notwendigen  Bestecken  eingedeckt,  Blaue  Servietten  mit  weißen  Streifen  zierten  die  Gedecke.  Die  aufegedruckten  geograpfischen  Koordinaten  bezogen  sich  leider  auf  Hamburg  und  nicht  auf  Bonn.  Im  Saal  lagen  Fischernetze  und  eine  Reuse  aus  und  auf  den  Tischen  waren  Deko-Muscheln  ausgeleg . 

Alles  war  von  Jk  Michael  mit  seinen  Mannen  hergerichtet  worden.  So   war  für   die  rechte   Stimmung  im  Saal  gesorgt. 

Die  rundumlaufenden  Begrüßungen  und  Umarmungen  gestatteten  es  erst  Glock  7 und  15  Minutungen  unserem  Ritter Für,  dem  heute  ambtlierenden  Moderator ohne  Erleuchtung,  sich  mit  einem  kräftigen  Gongschla ,  im  Stehen ausgeführ ,  so  unserem  Reychsmarschall  als  Vorbild  dienend,  Gehör  zu  verschaffen.  Erstaunlicher  Weise  trat  sofort  Ruhe  ein. Rt  Für  resümierte  über  Aschermittwoch  im  Profanen  und  die  Heringsatzung  im  Besonderen,  die  schon  so  lange  besteht,  dass  man  sie  nicht  mehr  als  Tradition  bezeichnen  kann,  sondern  als  Selbstverständlichkeit. Er  betonte  dabei,  dass  wir  nicht  zu  unsererm  Vergnügen  da  sind,  ncht  nur,  um  dem  angebotenen  reichhaltigen  Fischbuffet  Herr  zu  werden,  sondern  auch  um  zu  versuchen,  den  Haifischzahn  zu  gewinnen. 

Jk  Michael (Haunhorst)  macht  nun  nähere  Angaben  zu  dem  angebotenen  Buffet,  das  unter  dem  Thema  “Europa  grüßt  Schlaraffia”  steht. 

Es  gibt  neben  Fischgerichten  weitere 10  andere  ohne  Fisch  zubereitete  Speisen,  des  Weiteren  werden  angeboten  besondere  Salatmischungen  und  natürlich  eine Käseauwahl  und  mehrere  Süßspeisen  als  Dessert.

Inzwischen  konnten  die  sehr  Hungrigen  mit  Aioli  auf  Brot  ihren  Magen  beruhigen,  bis  von  der  Junkertafel  als  Tellergeichte  die  Vorspeisen  gereicht  wurde.

Es  gab  zuerst   Lachscarpaccio,  danach  eine  Kressecremsuppe,  die  ganz  besonders  schmackhaft  war. Auf  den Geschmack  gebracht  stürzten  sich  nun  alle  auf  das  jetzt  eröffnete  Buffet.  Und  damit  trat  auch  weitgehend  Ruhe  im  Saale  ein. Es  wurde  geschmatzt,  geatzt, gelabt  und  lebhaft  geplaudert.

Zuvor  hatte  Rt Für  noch  darauf  hingewiesen,  dass   die  Fechsungliste  für  das  Turney  auf  der  Rostra  ausliegt  und  dass  sich  jeder  in  das  Schmierbuch  eintragen  möge.  Er   dankt  dem  Knappen  286  für  die  spontan  gefertigte  Schmierbuchfechsung  mit  einem  überdimensionalen  Haifisch. Dann  meint  er  noch,  dass  das  Buffet  so  üppig  ausgestattet  ist,  dass  jeder  weitgehend  für  die  Fastenzeit  vorsorgen  könnte.

Um  Glock  8  und  45  Minutungen  wird  von  Ritter  Für  zum  Turney  aufgrufen.  Er  staunt  über  den  ungewohnten  Haifischzahn  an  der  Kette. 

Ritter  Wider,  der  Gewinner  der  Kette  in  der  vorigenden  Jahrung,  gefiel  der  alte  aus  Plastik  bestehende  weiße  Zahn  überhaupt  nicht.  Er  hat  ihn  daher  gegen  einen  versteinerten  echten  Haifischzahn  ausgetauscht. Dieser  Haifisch  muss  aber  zahnkrank  gesewen  sein,  denn  der  Zahn  ist  pechschwar .

Ritter  Wider   tritt  als  derzeitiger  Träger  des  Haifischzahns  als  erster  zum      
Turney  an . 

Er  erzählt  etwas  breit  ausladend  in  vielen  Einzelheiten   das  Märchen  von  dem  Haifisch  und  seinen  drei  Söhnen,  die  er  mit   seiner  Haifischfrau  in  Liebe  gezeugt  hat  und  die  trotz  sorgfältiger  Brutpflege  von  1000  Eiern  allein   zu  erwachsene  Fische  werden  konnten.  Aus  Sorge  um  die  Zukunft  der  Haifische  schickte  der  Vater  die  Söhne  fort,  das  Unbekannte  zu  erkunden und  die  Zukunft  einzuschätzen.  Zurückgekehrt  berichteten  die  älteren  Söhne  von  massenhafter  Verunreinigung  und  Überfischung  der  Meere.  Der  jüngste  Sohn  kehrte  mit  einem  athletisch  ausgebildeten  Körper  zurück,  den  er  sich  bei  intensiven  Übungen  durch  immer  höhere  und  weitere  Sprünge  antrainiert  hatte .Dabei  konnte  er  weit  umhersehen  und  erkennen  was  außerhalb  der  Fischwelt  gschieht.  Und  da  sah   er  die  Bestrebungen  einer  großen  Menschengruppe  die  die  von  den  anderen  Söhnen  berichteten  Mißstände  jeglicher  Art  verhindern  bzw.  beseitigen  wollen.  Darüber  war  der  Vater  so  erfreut ,  dass  er  im  Bewußtsein  einer  sorglosen  Zukunft  seinem  jüngsten  Sohn  die  Belohnung  zusprach  und  erlaubte  ihm  den  Zugang  zur  Laichhöhle.  In  seiner  Freude  darüber  gestatte  der  Sohn  auch  seinen  Brüdern  den  Zugang  zur  Laichhöhle  und  förderte  so  das  Glück  der  Familie.

Ritter  Riesling  (225)  Und  der  Haifisch ,  der  hat  Zähne .....

Da  stellt  sich  die  Frage,  musste  man  einem  Haifisch  einen  Zahn  ziehen  oder  ist  er  ihm  ausgefallen  und  schwimmt  er  jetzt  als  Hai  mit  Zahnlücke  im  Mehr  und  kann  nur  noch  Suppe  löffeln. Und  wer  den  Haifischzahn  erringt, kann  mit  stolz  geschwellter  Brüst  sagen,  ich  habe  den  Haifisch  überlistet.

Ritter  I-Bel-x  (322)   Er  singt,  so  gut  er  kann.  Und  der  Haifisch,  hat  Migäne 
Dann  erzählt  er  die  Geschichte  von  dem  Haifisch,  die  in  der  Lahn  umherschwamm  und  um  dort  zu  leben   eine Probe  von  einem  in  die  Lahn  gefallenen  Bischof  nahm,  und  dabei  fielen  ihm  die  Zähne  aus.  Da  flehte  er  den  Rt  I-Bel-x  an,  besorgt  mir  wenisgsten  einen  Haifischzahn.  Ein großer  Uhu gab  ihm  den  Rat:  Gehe  hin  zu  derer  Bonnenser  Turney  und  gewinne  den  Haifischzahn,  damit  Du  den  Haifisch  wieder  froh  machen  kannst.

Bedenke  dabei  aber ,  allein  die  Damen  entscheiden  darüber,  wer  den  Sieg  davon  tragen  wird.

Ritter  Schall von Bell  (8)   nicht  Haifisch,  sondern   Haiku(h)

Nach  zwei   Haikus: über  Wasser  und  Wind  nun  zum  Fisch

Im  Kühlschrankfach  links  -  wartet  der  Heringsalat -  auf  den  nächsten  Tag 

Junker  Bert   wendet  sich  besonders  an  die  “liebgereizten”  Burgfrauen. 
Er  stelle  an  die  Zuhörer  die  Frage:  Wie  stellt  man  fest,  ob  eine  Auster  schwanger  ist,  oder  bei  einem  Schlaraffen,  ob  ein  Kind  im  Manne  steckt?

In  launiger,  manchmal  skuriler  Art  wird  des  Thema  weiter  behandelt.  Austern  aller  Arten  und  an  vielen  Orten  und  die  Schlaraffen,  die  wie  Austern sind,  außen  hart  und  innen   weich. Weltweit  bekannt  ist  die  schwangere  Auster,
die  unzählige  Menschen  auf  einmal  in  sich  aufnehmen konnte,  diese  aber  auch  wieder  unversehrt  ausspuckte.  War  das  echte  Schwangerschaft?  Ausgelaugt  brach  sie  nach  23  Lebensjahren  zusammen  Sieben  Jahre  dauerte  die  Heilung,   nach  der  sie  äußerlich  wieder  wie  früher  aussah, innerlich  aber  nie wieder  die  Alte  geworden  ist.

  Ritter  Minneholz  Mein  Haifisch,  gesungen  und sich  selbst  auf  dem  Minneholz   begleitend,   nach   der  Melodie   "Mein  kleiner  grüner  Kaktus"
Mein  kleiner  weißer  Haifisch,  schwimmt  draußen  im  Bassin holderi  holdero
kleine  Leute  leisten  sich  heute  nur  Goldfisch  und  Karpfen,  aber  nicht  bei  mir.
In  der  vierten  Stropfe   mein  kleiner  weißer  Haifisch,
  der  hat  dem  Nachbarn   Herrn  Mause  abgebissen einen  Zeh ,  das  tut  weh.  Durm  fordert  der,  bewahren  sie  ihren Haifich  anderswo . holderi ,  holdero.

Knappe  287  (Kantzow)   Die  Ausrede (In  Versen  wohl  gereimt)

Ein  älterer  Herr  will  ein  neues ,  aber  auch  sehr  teures  Auto  kaufen.  Er  geht 
zum  Nobelkarossennanbieter,  macht  eine  Probofahrt  und  rast  an  allen  vorbei 
mit  weit  überhöhter  Geschwindigkeit. Doch  schnell  kommt  er  zur  Vernunft,
aber  die  Polizei  hat  ihn  kurz  zuvor  erwischt.  Der  junge  Polizist  ist  erstaunt ,  als  er  einen  seriösen  alten  Herrn  am  Steuer  sieht.  Gnädig  fragt  er  nach  einer  plausiblen  Ausrede.  Der  ältere  Herr:  Vor  drei  Jahren  hat  ein  Kollege  von  Euch  sich  mit  meiner  Frau  davon  gemacht,  und  ich  fürchtete,  er  bringt  sie  mir  heute zurück. Aber  was  hat  das  mit  der  Heringsatzung  zu  tun? 

Der  Mensch  hieß  Hans Henning  Hering .

Junker  Winfried (Mertens)   Matjes    Er  will  Licht  in  die  Bezeichnung  bringen

Leutnant  Itzenplitz  erzählt  dem  Oberst  Zitzewitz  von  der  Frage  nach  der  Entstehung  des  Namens  Matjes.  Ein  sieht  am  Nordseestrand  einen  Hering  erschöpft  im  Wasser  treiben. Er  fragt  ihn  “Matt?”  Da  es  sich  um  einen  englischen  Hering  handelt,  der  von  England  hergeschwommen  war,  sagt  er  “Yes!”  Daher  der Name  Matjes.  Tolle  Scherzfrage,  die  erzähle  ich  weiter  bei  der  Kommandeurtagung.  Er  erzählt:  Beim  Spaziergang  am  Nordseestrand  sieht  er  einen  englischen  Hering  völlig  erschöpft  im  Wasser  dümpeln.  Er  fragt  ihn, “Ganz  schön  schlapp,  wie?”  Der  antwortet: ”Jawoll,  Herr Oberst” Und  seit  dem  heißt  der  Matjes Matjes !!!   HaHaHa  

Junker  Michael  (Haunhorst)   Eßt  mehr  Fisc !   
Zwei  Gedichte  von ES  Alberich von Schalk  (Heinz  Erhard),  die  wie  der   

              Fisch  zum  Wasser  und  der  Deckel  zum  Topf  passen.

1)  Esst  mehr  Fisch    
Kurz:  Wir  essen  viele  Fische,  doch  wozu  sind  die 
Gräten ?  Bleibt  eine  einmal  im  Halse  stecken,  kann  man   leicht  verrecken ,  früher  als  man  muss.

2)  Der  Kabeljau 
Kurz:  Im  Wasser schwimmt  ein Kabeljau,  da  kommt  ein  Hai,
 verschlingt  den  Fisch  mit  Haut  und  Haar. Im  Wasser  schwimmt  kein  Kabeljau.
 

Damit  sind  alle  Turney-Teilnhmer  zu  Wort  gekommen  und  werden  von  Rt  Für  in  diem  Vorburg  gebeten.  Rt  Für  betont  noch  einmel,  dass  nur  die  anwesenden  Damen  Stimmrecht  haben  und  rekapitulier in  aller  Kürze  die  Namen  der  Kämpen  und  Inhalt  ihrer  Vorträge. 

Die  Abstimmung  erfolgt  für  jeden  Einzelnen. .

Als  Zähler  wirken  die  Rt  Heart-Rat  und  Panta-los. 
  
Rt  Für  verliest  das Ergebnis  der  Abstimmung  und Rt  Panta-los  zeigt   auf  dem  Wappenkissen  die  neue  Kette  mit  dem  von  Rt  Wider  beschafften  schwarzen  Haifischzahn  und  den  weißen  vorherigen  Haifischzahn  von  Rt  Minneholz.


 Die  ursprüngliche  von  Ritter  Ass-Pique  gestiftete  Kette  bestand  aus  feineren  Kettengliedern. An  ihr  hing  ein  kleiner  weißer  Haifischzahn,  der  auch  ein  ausgefallener  Backenzahn  von Rt  Ass-Pique  hätte  sein  können.  Diese  Kette  ist  verloren  gegangen  und  das  Turney  fand  eine  Zeit  lang  nicht  mehr  statt.

Rt  Minneholz  stiftete  die  neue  Kette  mit  dem  weißen  Zahn  und  belebte  das  Turney  neu.  Den  weißen  Zahn tauschte  dann  Rt  Wider  gegen  den  angeblich echten Haifischzahn aus.

Die  anwesenden  Damen  erkorenen einen  stolzen  Sieger: 
Ritter  Minneholz. Alle  anderen  Kämpen  wurden   zweite  Sieger und  erhielten  einen  kleinen  Zahn  aus  Kunststoff.  

Lt  Beschluss  des  Reyches sollte  Rt  Minneholz  wählen,  ob  er  den  alten  weißen  oder  den  neuen  schwarzen  Zahn  an  der  Kette  behalten  wollte .  Er  entschloss  sich spontan  den weißen  Zahn  an  Jk  Bert  quasi als  Zweite-Preis-Trophähe  weiter zu  geben. Alle  Kämpen  stimmten  neidlos  der  Entscheidung  der  Damen  zu  und 
gratulieren  hertzlich.

Rt  Für  dankt  den  Teilnehmern  am  Turney  für  ihren  Einsatz  und  die  amüsanten  Vorträge,  dann  aber  auch  den  Damen  für  ihr  Bemühen  um  eine  gerechte  Abstimmung.  Dann  weist  er  darauf  hin,  dass  der  Jk  Michael traurig  ist,  weil  noch  so  viel  von  dem  Galabuffet  übrig  ist.  Aber  das  Turney  hat  sicherlich  wieder  hungrig  gemacht,  so  dass  noch  einmal  kräftig  zugegriffen  werden  kann.  Dies  erfolgte  besonders  zu  den  angebotenen  Nachspeisen.    

Kurz  nach  Glock  10   d.A.  brechen  die  ersten  auf  und  machen  sich  auf  den  Heimritt.  Andere,  die  Hartgesottenen,  haben  sich  noch  so  viel  zu  erzählen,  dass  die  letzten  erst  gegen Glock  11   d..A.  den  Heimritt  antreten. 

Alle  sind  begeisterst  von  der  abendlichen  Veranstaltung,  der  köstlichen  und  vielfältigen  Atzung  und  dem  tollen  Turney  und  bedauern,  dass  diese  Veranstaltung  nur  einmal  in  der  Jahrung  statt  findet. 

gefechst  im  Hornung  a. U.156

gez.  Lädisförst 
Protokollant
Erbreychsmarschall